< EINLADUNG 24.11.2017

Kleine Schiffe mit großer Wirkung

Künstler Gottfried Bechtold kreierte für das Museumsschiff die Skulptur „Oesterreich 1928“. Presse-Artikel "VN" (Tanja Güfel).


Der Verein „Freundeskreis Museumsschiff Oesterreich“ hat ein großes Ziel vor Augen, und zwar die Instandsetzung des Museumsschiffs. Vor gut einem Jahr wurde das historische Schiff, das 1928 zur Jungfernfahrt ausgefahren ist und bis 2009 seinen Dienst tat, aus dem Wasser geholt, um ihm in einer Einhausung in der Fußacher Schiffswerft wieder neuen Glanz zu verpassen. Der aufsehenerregende Transport und das Aufsetzen der Teile für den Hauptdecksalon sind bereits erfolgt. Nun steht der nächste Abschnitt im Rahmen der Restaurierungsarbeiten an. „Die komplette Rekonstruktion und die Restaurierung des Schiffs belaufen sich auf 7,5 bis acht Millionen Euro“, erklärt Jürgen Zimmermann, Obmann des Vereins und Geschäftsführer des Museumsschiffs. Finanziert werde das Projekt durch Gesellschaftereinlagen, öffentliche Förderungen sowie Patenschaften für Objekte am Schiff und Kredite. Offen seien noch Patenschaften in der Höhe von 300.000 Euro.

Der Vorarlberger Künstler Gottfried Bechtold (70) unterstützt den Verein mit einer eigens kreierten „Oesterreich“-Skulptur, die im Rahmen seiner aktuellen Ausstellung „Beispiele aus 50 Jahren“ in der Galerie Maximilian Hutz in Hard präsentiert wird und zum Verkauf steht. Erhältlich ist die Skulptur als limitierte Auflage in Porcellin – einer Mischung aus Beton und Porzellan – sowie in Bronze. Diese wurden zu je 193 Stück gegossen. Der Erlös des Verkaufs fließt zu 100 Prozent in den Verein zur Restauration und den Erhalt des Museumsschiffes.

Notwendigkeit der Verkehrung

Gottfried Bechtold mag es, laut eigener Aussage, wenn Menschen Dinge auf den Kopf stellen und so mitunter Schiffe vor ihrem Untergang bewahren. So gleicht auch seine „Oesterreich“-Skulptur eher einem Schiff, wenn man es auf den Kopf stellt, als von vorne betrachtet. Seine Skulptur symbolisiere die immerwährende Notwendigkeit der Verkehrung, um die Geschichte freudvoll weiterzuschreiben, genau wie es der Verein gemacht habe. „Bronze und Porcellin schwimmen zwar schlecht. Dennoch sollen sie in Form meiner Skulptur dazu beitragen, dass die „Oesterreich“ wieder in den Bodensee sticht“, sagt Bechtold. Das Projekt zum Erhalt des Schiffes liege auch ihm am Herzen: „Das Schiff wird eine immense Bereicherung am Bodensee, wenn es wieder in seinen alten Zustand versetzt wird. Man sollte Geschichtsträchtiges am Leben erhalten und nicht verschrotten.“

Doch bis das „schönste Bodenseeschiff“ wieder in See stechen kann, stehen noch einige Arbeiten an. Das Museumsschiff soll nämlich exakt im Stil des Art déco des Jahres 1928 rekonstruiert werden. Die Historikerinnen Barbara Grabher-Schneider und Barbara Motter unterstützen den Verein in der historischen Erforschung des Schiffes.

Verzögerung

Die Fertigstellung des Museumsschiffs dürfte sich laut Jürgen Zimmermann jedoch verzögern. Die Arbeiten an dem Schiff dauern noch bis Spätherbst 2018 und nicht wie ursprünglich geplant bis zum 90. Geburtstag des Schiffes im Juli 2018. „Durch Verzögerungen im Rahmen der Werftarbeiten musste der Zeitplan etwas gedehnt werden.“ Derzeit werden die Schweißarbeiten fertiggestellt. Auch die Innenarbeiten auf dem Schiff sind bereits in Vorbereitung. Nach der Instandsetzung wird das Schiff als schwimmendes Museum und als Ausflugsschiff zur Verfügung stehen.