< Kleine Schiffe mit großer Wirkung 06.12.2017

Mit weiß-goldener Miniflotte hilft Göpf der „Oesterreich“

Bechtold-Ausstellung in der Harder Galerie Hutz hat einen neuen Mittelpunkt. Presse-Artikel "Heimat".


HARD: Seit fünf Wochen zeigt Gottfried „Göpf“ Bechtold Beispiele aus 50 Jahren seines Schaffens, und seit einigen Tagen hat die Ausstellung in der Galerie Maximilian Hutz, die noch bis Mitte Dezember zu sehen ist, einen ungewöhnlichen Mittelpunkt: Dutzende weiße und goldene Schiffchen, die wie eine Miniflotte in der Mitte des Raumes auf Käufer warten.

Künstlerischer Beitrag

Mit diesen Schiffchen, jeweils 193 aus Bronze und Porzellan leistet Bechtold seinen ganz speziellen Beitrag zur Restaurierung der „MS Oesterreich“, die derzeit in der Fußacher Werft zum Museumsschiff wird. Die 22,5 mal 3,5 mal 4,5 Zentimenter großen Schiffchen können zwar nicht schwimmen, aber sie können mithelfen, dass die „richtige Oesterreich“ wieder in See stechen kann. Und sie tragen eine symbolische Botschaft, denn Bechtold hat seine kleinen Kunstwerke so gestaltet, dass der Schiffskörper eher einem U-Boot gleicht, „das aus dem Wasser auftaucht – so wie die ,Oesterreich‘, die wieder in neuem Glanz auftauchen soll“, wie es der Künstler bei der Präsentation erläuterte. Er mag es, wenn Menschen Dinge auf den Kopf stellen können und so mitunter Schiffe vor ihrem Untergang bewahren, begründet Bechtold sein außergewöhnliches Engagement.

In Verzug geraten

Mit dem Erlös aus dieser Aktion wird der Förderverein Museumsschiff Oesterreich unterstützt, wie Jürgen Zimmermann bei der Präsentation einmal mehr unterstrich. Leider sei die Restaurierung durch verschiedene Umstände nach monatelangem planmäßigen Ablauf zuletzt in Verzug geraten, und der angepeilte Termin für die zweite Jungfernfahrt im Sommer 2018 zum 90-Jahr-Jubiläum der Indienststellung Ende Juli 1928) wird nicht zu halten sein. Jetzt hoffen die Initiatoren um Jürgen Zimmermann, dass das Schiff bis Ende 2018 fertiggestellt werden kann.

Partnerschaft aufgefrischt

Unter den ersten Käufern eines „Bechtold-Schiffchens“ war der Bregenzer Architekt Dipl.-Ing. Karl Sillaber, für den es ein Herzensanliegen war, seinem alten Freund Jürgen Zimmermann mit diesem symbolischen Kauf zu helfen. „Vor mehr als 20 Jahren haben wir gemeinsam an der Renovierung der Nepomukkapelle gearbeitet, und mich hat das Engagement und die Beharrlichkeit, mit der Jürgen dieses Ziel verfolgt hat, beeindruckt.

“Schulprojekt

Nicht nur Karl Sillaber hatte einen besonderen Grund, zur Präsentation zu kommen, auch Emilie Hänel, Zimmermanns Enkelin, machte eifrig Notizen, denn für die Schülerin an der HAK Bregenz ist die „Oesterreich“-Restaurierung Thema eines Schulprojektes – und die Aktion von Gottfried Bechtold ist dabei ein wichtiger Aspekt.

Freude beim Gastgeber

Und noch jemand hatte anlässlich der Präsentation Grund zur Freude – Maximilian Hutz, der als jüngster Galerist in Europa für Schlagzeilen sorgte, als er nach seiner Matura den Sprung ins kalte Wasser wagte und unterstützt von Mama Roswitha die Galerie „Kunst im Sandhof“ in Lustenau gründete. Das war 2010 – und knapp sechs Jahre später wechselte er im Frühjahr 2016 in die Räumlichkeiten in der Harder Wirke. Als diese Aktion ein Thema wurde, habe er spontan seine Mitarbeit angeboten, und „jetzt freue ich mich darüber, einen ungewöhnlichen Beitrag für dieses Projekt leisten zu können“. STP

Galerist Hutz im Gespräch mit
„Hohentwiel“-Kapitän Adi Konstatzky.
Emilie Hänel holte sich beim Künstler Infos für ihr Schulprojekt.
Jürgen Zimmermann und Gottfried Bechtold präsentierten in der Galerie Maximilian Hutz in der Harder Wirke eine ganz besondere Aktion.
Eines der ersten Schiffchen hat Karl Sillaber erworben.

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