< Autodidakt und Macher 12.04.2018

„MS Oesterreich“ auf dem Weg zurück in den Bodensee

Zwei Kräne benötigten eine Viertelstunde, um das Schiff auf die Helling zu hieven. Presse-Artikel "VN Heimat"


Ein großer Tag für Jürgen Zimmermann – „sein“ Schiff ist nach mehr als 20 Monaten an
Land auf dem Weg zurück in den Bodensee.

FUSSACH Drei Tage lang war die Gerüstbaufirma damit beschäftigt, die Einhausung abzubauen, zwei Tage benötigten die Techniker von BauTrans/Felbermayr, um die Kräne „in Stellung“ zu bringen – und dann ging es plötzlich blitzschnell: Exakt eine Viertelstunde dauerte das Umsetzen auf die Helling, Projektleiter Jürgen Stütler dirigierte die beiden Kranführer und 15 Minuten nach dem Abheben hatte das Schiff ersten Bodenkontakt auf der Helling. Dort dauerte es dann freilich noch ein paar Stunden, ehe das Schiff richtig verankert und abgesichert war, damit die Hebegurte endgültig gelockert werden konnten. Rund 20 Monate nach der Auswasserung ging es jetzt zurück Richtung Wasser – die „MS Oesterreich“ wurde in einem ersten Schritt auf die Helling der Werft gehoben, wo zwei Wochen lang weiter an der Restaurierung gearbeitet wird, ehe Ende April die Einwasserung erfolgt, damit das Museumsschiff nach Hard geschleppt werden kann, wo es anlässlich des Tags der offenen Tür der „Hohentwiel“ am Sonntag, 29. April, ebenfalls vorgestellt wird. Dabei gibt es dann auch schon Führungen auf dem Schiff.

Ingo Müller erläutert die kritischen
Phasen der Umsetzung auf die Helling.

Diesmal ging alles glatt

Anders als bei der Auswasserung Anfang August 2016, als die beiden Krane die Last nicht „packten“ und das Schiff in einer Nachtaktion „erleichtert“ werden musste, indem Heck und Bug abgetrennt wurden, verlief die Umsetzung auf die Helling nach Plan. Sehr zur Freude von Jürgen Zimmermann, Geschäftsführer der Museumsschiff Oesterreich GmbH und Co-Obmann des Fördervereins Museumsschiff Oesterreich, denn „diesmal hatten wir vorgesorgt“, verriet er bei der spektakulären Aktion. Zum einen waren stärkere Krane eingesetzt – die zwei Mobilkrane waren für maximale Hublasten von 750 bzw. 500 Tonnen ausgelegt. „Beim Auswassern waren es ,nur‘ 400 bzw. 500 Tonnen und die Auslage war mit rund 23 Metern größer als diesmal“, erinnert Zimmermann an die Aktion vor gut eineinhalb Jahren. Und Ingo Müller, der gemeinsam mit Jürgen Stütler die technische Projektleitung beim Kranspezialisten BauTrans/Felbermayr innehatte, ergänzte, dass man diesmal auch einen weiteren Vorteil hatte.

Jürgen Stütler dirigierte souverän die Umsetzung der „Oesterreich“ auf die Helling –
ganze 15 Minuten dauerte die spektakuläre Aktion.

Nicht bis ins Wasser

„Zur höheren Leistung der Krane kam noch ein entscheidender Umstand hinzu, der die Umsetzung erleichterte: Das Schiff musste nicht mehr bis ins Wasser gehoben werden, sondern nur auf die Helling. Damit war die Auslage kürzer, die Hebeleistung dementsprechend größer.“ Auf der Slipanlage erfolgt jetzt der Einbau von schweren Bauteilen: Motoren, Generatoren, Wellen, Propeller, Bugstrahl, E-Schränke, Lukendeckel, Steuerhaus-Einhebung, Kamin Lufthutzen, Boote, Masten, Geländer, Fenster und Türen… „Auch das war in Summe eine Entlastung um viele Tonnen“, fasst Zimmermann nach der planmäßig abgeschlossenen Umsetzung auf die Helling zusammen. STP

Werft Fußach, Dienstag, 9.35 Uhr: die „Oesterreich“ hat abgehoben. 9.50 Uhr: nach
kurzem „Flug“ hat das Schiff ersten Bodenkontakt auf der Helling.

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