< Ein Mann und seine Mission 28.07.2018

Stippvisite am künftigen Heimathafen

Schiffsretter feieren 90. Geburtstag der MS Österreich mit einem Fest in Hard. Presse-Artikel "VN".


HARD Am Sonntag (29. Juli) vor genau 90 Jahren wurde das Motorschiff Österreich in Bregenz getauft und in Betrieb genommen. Es war das erste große, durch Dieselmotoren angetriebene Passagierschiff am Bodensee. 81 Jahre später trat es seine bislang letzte Reise in die Werft nach Fußach an. Nachdem eine Sanierung aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr infrage kam, stand die alte Dame eigentlich schon vor der Verschrottung. Doch dann trat eine Initiative zur Rettung des Schiffs auf den Plan. Im Oktober 2015 wurde das Projekt „Rundum-Erneuerung“ in Angriff genommen. Im November sollen die ersten Probefahrten stattfinden.

„Die Finanzierung ist schon sehr gut. Wir suchen aber nach wie vor Paten.“

Jürgen Zimmermann Geschäftsführer und Co-Obmann

Die Österreich kann am Wochenende in Hard besichtigt werden. Jürgen Zimmermann und Martin Uhlig sind bereits an Deck.

Für kurze Zeit in See stach die Österreich bereits gestern, Freitag. In den frühen Morgenstunden wurde sie von einem Kieskahn der Firma Salzmann von Fußach nach Hard geschleppt. Neben dem Anlegesteg der Hohentwiel steigt heute, Samstag, und am Sonntag das große Fest samt Publikumsführungen zum 90. Geburtstag des Motorschiffs. Die beiden Schiffsmotoren mit je 385 Kilowatt sind eingebaut, ebenso wie die Dieselgeneratoren oder die Antriebswellen. Gearbeitet wurde auch am Decksbelag. „Das ist Oregon Pine“, erzählt Jürgen Zimmermann, Geschäftsführer der Museumsschiff Österreich GmbH und Co-Obmann des Fördervereins Museumsschiff Österreich, bei einem Rundgang. „Die Verlegung hat acht Wochen in Anspruch genommen. “Die Fenster wurden von Zimmermann und Metallhandwerker Jodok Felder höchst selbst entwickelt. „Sie sind alle elektrisch zu öffnen und zu schließen“, ergänzt der Geschäftsführer. Finanziert wird die knapp acht Millionen Euro teure Restaurierung über Gesellschaftereinlagen, Patenschaften, Förderungen und Kredit. Man sei schon auf einem guten Weg. „Wir suchen aber nach wie vor Paten.“ Außerdem stellen sich Künstler in den Dienst des schwimmenden Oldtimers. Gottfried Bechtold hat eine Skulptur kreiert. Barbara Anna Husar lässt auf Kunstdrucken einen Heißluftballon in Form eines Euters über den See und die Österreich schweben. Das Motorschiff wird künftig mit der Hohentwiel vermarktet. Geplant sind Themen- und Charterfahrten. Betrieb soll es auch im Winter geben. „Wir wollen von 1. März bis Silvester fahren“, sagt Zimmermann, der mit einer Fertigstellung im Februar rechnet. VN-GER