< MS "Österreich" übernommen 08.04.2015

Mitteilung an die Presse und unsere Mitglieder

Aktuelle Informationen zur Generalrenovierung der MS Österreich über die Ereignisse 3. und 4. April 2015


Die Besprechungen mit der Vorarlberger Bodenschifffahrt GmbH (Werner Netzer Eigentümervertreter und GF Alexandro Rupp) und dem Mehrheitseigentümer Vbg. Illwerke VKW (vertreten durch GF MMag. Gerhard Röthlin) Anfang bis Mitte März verliefen höflich, aber in der Sache kompromisslos. Unser vehement vertretener Vorschlag das Schiff zuerst auszuräumen und alles zu überprüfen, bevor die käufliche Übernahme erfolgen soll, wurde abgelehnt. 

Stattdessen wurde uns ein Ultimatum bis zum 31. März 21015 gesetzt: entweder sofortiger Kauf, oder es erfolgt die umgehende Verschrottung. Die Übernahme der Kosten für die Ausräumung wurde im Kaufvertrag zugesichert – der bisherige Eigner hätte sie bei Verschrottung ohnehin übernehmen müssen. 

Unter dem Druck dieses Ultimatums haben wir den Kaufvertrag am 23. März 2015 im beisein des Notars im Illwerke VKW- Haus unterzeichnet. 

Am 1. April kam nun der Tiefschlag: GF Alexandro Rupp von den Vbg. LINES (das ist die Betriebsgesellschaft der Vbg. Bodenseeschifffahrt GmbH) verkündete auf seiner Pressekonferrenz:„ dass das MS Österreich überhaupt nicht gebraucht werde und im Falle einer erfolgreichen Renovierung auch nicht eingesetzt werden würde.“ Nachzulesen in den Presseberichten der VN und der NEUEN vom 2. April 2015. Die hohen Betriebs- und Reparaturkosten sowie die Ergebnisse der Charterfahrten der „Sonnenkönigin“ hat die Geschäftsleitung zu diesem vernichtenden Entschluss gegen die „Österreich“ veranlasst.

Dagegen stehen rund 1300 Unterschriften, überwiegend Bürgerinnen und Bürger des Landes, die den kulturellen, geschichtlichen, technischen und praktischen Wert des Schiffes erkannt haben.

Diese Entscheidung steht auch im krassen Wiederspruch der eigenen Analysen der Vbg. LINES, die aussagen, dass die „Österreich“ eine wertvolle Ergänzung der Flotte wäre und wirtschaftlich geführt werden könnte. Die beiden großen Schiffe „Austria“ und „Vorarlberg“ sind 75 und 50 Jahre alt -sie können reparaturbedingt jederzeit ausfallen – die „Österreich“ könnte in solchen Situationen die Lücke schließen. Hier fehlt die betriebswirtschaftliche Verantwortung. Dazu kommt das fehlende Bewusstsein für die Erhaltung unserer Schiffe als Kulturgut. Auch der Nutzen für die qualitative Entwicklung unseres Fremdenverkehrs wird außer Acht gelassen. Dieser Verantwortung sollte auch das Land Vorarlberg als Besitzer des Mehrheitseigners Vbg. Illwerke VKW gerecht werden. 

In der VN – Beilage „Gesellschaft“ vom 4. April schreibt der Historiker Dr. Peter Melichar vom Vorarlbergmuseum als Fazit: „ … ist es nicht sinnvoller und ökonomisch effizienter, ein vorhandenes Schiff zu renovieren, als es in Schrott und Sondermüll zu verwandeln, um dann irgendwann einmal – wenn es gerade betriebswirtschaftlich opportun erscheint – wieder ein Neues anzuschaffen?

Um die Verschrottung zu erzwingen, verweigern die „Vbg. LINES“ die Auftragserteilung zur Ausräumung des Schiffes – obwohl vertraglich zugesagt.

Der Förderverein verfügt noch nicht über die erforderlichen Mittel und ist auch noch nicht MWST verrechnungsberechtigt. Die Begründung: der Verein sei nun Besitzer und soll die Ausräumung selbst organisieren. 

All dies wiederspricht dem Geist und dem Inhalt unserer Besprechungen und des Vertrages. Wir nehmen die Entscheidung unserer namhaften Vertragspartner zur Kenntnis und werden andere Wege suchen um unser Ziel zu erreichen.

Unabhängig davon geben wir nicht auf – wir arbeiten an einem neuen Konzept. Die Veröffentlichung erfolgt rasch nach Fertigstellung. 

Verhindern ist immer der bequeme Weg- wir und unsere Unterstützer zum Erhalt der „Österreich“ werden an Taten gemessen. 

Bregenz, 6. April 2015 

Die Obmänner Jürgen Zimmermann und DI Christian Kaizler